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Wie Indien deutschen Müll recycelt

Autorenbild: Kerstin TscherpelKerstin Tscherpel

Aktualisiert: 22. Feb. 2024

In Rishikesh kann man kleine Patpat-Boote kaufen, die man dann auf dem Ganghes fahren lassen kann. Diese werden aus altem Blech gefertigt. Überraschenderweise erkennt man bei vielen dieser Boote, dass die Blechherkunft eindeutig aus Deutschland ist.


Nach kurzer Recherche hat sich mein Verdacht bestätigt, dass auch Indien deutschen Müll abnimmt. Deutschland gibt seinen Müll dabei nicht nur nach Indien sondern auch in verschiedene andere asiatische Länder ab. Die Abnahmeländer erhalten Geld für das Recycling des Mülls. Dies wird aber nicht weiter überprüft. Der Müll wird tatsächlich oft illegal verbrannt, landet auf unerlaubten Deponien oder wird in Flüsse und dem Meer entsorgt. Dadurch werden die Menschen und die Umwelt in diesen Ländern gefährdet. Dramatisch ist, dass sich in Deutschland kaum jemand dessen bewusst ist und die meisten Bürger nach vorbildlicher Mülltrennung mit ruhigem Gewissen ins Bett gehen. Dabei wird vor allem der Müll der gelben Säcke ins Ausland verkauft. In Deutschland geht dieser Müll als recycelt in die Statistik ein. So ergibt sich die unter diesem Aspekt doch fragwürdig hohe Recyclingquote, die laut öffentlichen Stellen in Deutschland realisiert wird.


Das Patpat-Boot ist zwar ein recyceltes Produkt. Trotzdem wird es auf dem Fluss zum Einsatz kommen und damit letztlich auch als Schrott im Meer landen.


Davon geht in Deutschland bestimmt kaum ein mülltrennender Bürger aus. Daher haben wir diese Problematik im Chemieunterricht aufgearbeitet. Hier haben die Kinder ein Video gemacht, das auf diese absurden Auswüchse der Globalisierung aufmerksam machen soll.




 
 
 

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